„Es ist wichtig und richtig, wenn Frauen auch in höchste Positionen vordringen. Dies entspricht nicht nur der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur, sondern auch der Wählerstruktur“, so Grete Rehor bei ihrem Amtsantritt 1966 als erste weiblich Ministerin Österreichs.
Am 30. Juni 2010 jährt sich der Geburtstag der Sozial- und Frauenpolitikerin Grete Rehor zum hundertsten Mal. Anlässlich ihres Geburtstags laden das Parlament und der Zweite Präsident des Nationalrates Fritz Neugebauer am 29. Juni zu einer Festveranstaltung.
Staatsekretärin Christine Marek, BM Dr. Michael Spindelegger, Klubobmann der ÖVP Karlheinz Kopf und ÖGB-Vizepräsident und FCG Bundesvorsitzender Dr. Norbert Schnedl sprechen über Abschnitte aus dem Leben von Grete Rehor und ihrer bedeutungsvollen Arbeit. Im Rahmen der Veranstaltung werden weiters BM a.D. Maria Rauch-Kallat mit Wegbegleitern von Grete Rehor sprechen, sowie eine Sonderbriefmarke von GD Dr. Georg Pölzl– Post AG - präsentiert.
Als engagierte Sozial- und Frauenpolitikerin hat sie in ihren unterschiedlichen Funktionen nachhaltige Initiative gesetzt. Ob als Abgeordnete zum Nationalrat, in den sie 1949 einzog, oder als Leiterin des nach dem Krieg neu geschaffenen Frauenreferats des ÖGB.
Die Bilanz von Grete Rehors Arbeit ist beeindruckend - zu ihren größten Leistungen als Sozialministerin zählen das Arbeitsmarktförderungsgesetz, die Weiterführung der Kodifikation des Arbeitsrechts, die Erhöhung der Löhne für Heimarbeit und Verbesserung im Mutterschutz. Rehor forderte wiederholt „gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit“.
„Wenn wir die Kollektivvertrags-, die die Lohntarifsätze für gleiche Tätigkeiten vergleiche: Weber – Weberin, Stricker – Strickerin, Näher – Näherin, dann finden wir, dass die Löhne für die Frauen bei gleicher Arbeit, bei gleichen Leistungen immer um 30 Prozent zurück waren", berichtet Grete Rehor in ihren schriftlichen Aufzeichnungen.
Auf ihre Initiative wird eine eigene Abteilung für „Frauen und Familie“ im Sozialministerium aufgebaut, womit sie den Grundstein für das spätere Frauen-Staatssekretariat legte.