Frauentag - Schittenhelm: Keine Besserung durch Einkommensberichte

Abg.z.NR Dorothea Schittenhelm
Abg.z.NR Dorothea Schittenhelm
(c) Ludwig Schedl

ÖVP-Frauenchefin drängt auf Pensions-Anrechnung
 
ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm sieht in den Einkommensberichten für Unternehmen sowie im Gehaltsrechner keine Verbesserungen. Zwar könne man auch über Sanktionen diskutieren, Schittenhelm pocht aber im Gespräch mit der APA eher auf positive Anreize. Aufrecht bleibt die Forderung der ÖVP-Frauen nach vier
Jahren pensionsbegründender Zeit pro Kind.

Kritik übte die Abgeordnete am verpflichtenden Einkommensbericht für Firmen ab 150 Mitarbeitern und am Gehaltsrechner. Aus ihrer Sicht haben diese beiden Maßnahmen für mehr Einkommenstransparenz "nicht viel Verbesserung gebracht". Bei letzterem handle es sich außerdem um eine teure "populistische Maßnahme", so die Frauenchefin.

Zwar könne man auch über Sanktionen für säumige Firmen diskutieren, Schittenhelm will aber eher auf positive Anreize setzen: "Ich bin eine Gegnerin von Sanktionen." Betriebe sollten motiviert werden, etwa durch Steuererleichterungen. Grundsätzlich betonte sie: "Es kann nicht sein, dass jemand bei gleichwertiger
Arbeit schlechter bezahlt wird."

Schittenhelm spricht sich auch für eine einheitliche Ausgangslage aus, denn derzeit gebe es unterschiedliche Zahlen zur Einkommensschere. Erstellt werden sollte viel eher ein einheitlicher Bericht, etwa vom Rechnungshof, so die Frauenchefin.

Eine Forderung der ÖVP-Frauen betrifft auch den Wiedereinstieg. So sollen Karenzzeiten in allen Kollektivverträgen besser angerechnet werden. Aufrecht bleibt auch nach dem Pensionsgipfel die Forderung nach vier Jahren pensionsbegründender Zeit pro Kind. Generell sprach sich Schittenhelm dafür aus, das Pensionssystem komplett neu aufzustellen und sah hier den Koalitionspartner SPÖ gefordert: "Da gehört ein Schnitt gemacht. Tatsache ist, dass es ohne Reform nicht gehen wird." Sie hofft, dass in absehbarer Zeit größere Schritte gesetzt werden können.

Hauptaufgabe in der Flüchtlingskrise sei es nun, jene, die bereits in Österreich sind, gut zu betreuen und zu integrieren. Abgesehen davon pocht Schittenhelm auf eine europäische Lösung.

Unterstützung sicherten die ÖVP-Frauen Bundespräsidentschaftskandidat Andreas Khol zu. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir mit Andreas Khol den Bundespräsidenten stellen werden", so Schittenhelm.